Ratgeber · Versorgung und Recht
Psychotherapeutische Sprechstunde, Akutbehandlung und 116117
Erstgespräch anfragen oder anrufen: 0151-62752177
Seit 2017 beginnt jede kassenfinanzierte Psychotherapie mit der psychotherapeutischen Sprechstunde. Dort klärt eine approbierte Psychotherapeutin oder ein approbierter Psychotherapeut, ob eine Behandlung nötig ist. Danach können eine Akutbehandlung, probatorische Sitzungen und schließlich eine beantragte Richtlinienpsychotherapie folgen. Einen Termin für die Sprechstunde vermittelt auch der Patientenservice 116117. Diese Seite erklärt die Schritte. Für Selbstzahler bei einer Heilpraktikerin für Psychotherapie wie Dr. Cora Titz gilt dieser Weg nicht; dort melden Sie sich direkt.
Schritt 1: Die Sprechstunde
Die Sprechstunde ist der Einstieg. Gesetzlich Versicherte brauchen dafür keine Überweisung. Im Gespräch wird geklärt, ob eine psychische Erkrankung vorliegt, welche Hilfe passt und wie dringend sie ist. Sie erhalten am Ende eine schriftliche Empfehlung. Das kann eine Psychotherapie sein, aber auch eine Beratungsstelle, eine ärztliche Behandlung oder eine Selbsthilfegruppe.
Schritt 2: Akutbehandlung
Bei akuten Krisen kann direkt im Anschluss an die Sprechstunde eine Akutbehandlung beginnen. Sie dient dazu, Menschen in einer Krise kurzfristig zu entlasten und zu stabilisieren, und muss nicht beantragt, sondern nur der Krankenkasse angezeigt werden. Nach der BPtK-Studie von 2018 erhielten Patientinnen und Patienten eine Akutbehandlung im Durchschnitt etwa drei Wochen, nachdem sie für notwendig erachtet wurde.
Schritt 3: Probatorische Sitzungen
Vor einer regulären Psychotherapie finden probatorische Sitzungen statt. In ihnen wird geprüft, ob die Zusammenarbeit passt und welches Verfahren sinnvoll ist. Außerdem ist vor Beginn der Therapie ein ärztlicher Konsiliarbericht nötig, mit dem körperliche Ursachen ausgeschlossen werden.
Schritt 4: Antrag und Richtlinienpsychotherapie
Die eigentliche Psychotherapie wird bei der Krankenkasse beantragt. Bezahlt werden die Richtlinienverfahren: Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, analytische Psychotherapie und, für Erwachsene, die systemische Therapie. Es gibt Kurzzeit- und Langzeittherapie mit festgelegten Kontingenten. Hier entstehen häufig die längsten Wartezeiten.
Was der Patientenservice 116117 leistet
Die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen sind über die Nummer 116117 und online erreichbar. Nach den Angaben auf 116117.de muss innerhalb einer Woche ein Termin vermittelt werden, der höchstens vier Wochen in der Zukunft liegt, bei einer Akutbehandlung höchstens zwei Wochen. Gelingt das nicht bei einer Vertragspraxis, muss ein Termin in einem Krankenhaus oder einer Krankenhausambulanz angeboten werden. Einen Anspruch auf eine bestimmte Praxis oder eine Praxis in unmittelbarer Nähe gibt es nicht. Unter derselben Nummer erreichen Sie außerhalb der Sprechzeiten auch den ärztlichen Bereitschaftsdienst.
Und wenn alles zu lange dauert?
Dann gibt es mehrere Möglichkeiten: das Kostenerstattungsverfahren bei approbierten Privatpraxen, die Überbrückung mit der Hausarztpraxis oder dem Sozialpsychiatrischen Dienst oder eine selbst bezahlte Begleitung. Alle Wege für den Landkreis Lüchow-Dannenberg stehen im Ratgeber Therapieplatz im Wendland finden. In einer akuten Notlage gilt immer: Notruf 112 oder die Seite Krisenhilfe.
Tipps für die Suche nach einer Sprechstunde
- Rufen Sie mehrere Praxen an, viele haben feste telefonische Sprechzeiten.
- Sprechen Sie auf Anrufbeantworter langsam und deutlich Name und Telefonnummer.
- Notieren Sie, wen Sie wann erreicht haben; das kann später beim Kostenerstattungsverfahren wichtig sein.
- Nutzen Sie parallel den Terminservice 116117.
- Fragen Sie nach Wartelisten und lassen Sie sich darauf setzen.
Die Suche kann zermürbend sein. Holen Sie sich, wenn möglich, Unterstützung von einer vertrauten Person oder Ihrer Hausarztpraxis.
Was Selbstzahler wissen sollten
Wer selbst zahlt, ist an diesen Ablauf nicht gebunden. Bei einer Privatpraxis oder einer Heilpraktikerin für Psychotherapie vereinbaren Sie direkt ein Erstgespräch, ohne Sprechstunde, Konsiliarbericht oder Antrag. Bei Dr. Titz geht das telefonisch unter 0151-62752177 oder über das Kontaktformular. Beide Wege schließen sich nicht aus.
Was in der Sprechstunde passiert
Die Sprechstunde dauert insgesamt bis zu 150 Minuten bei Erwachsenen, aufgeteilt auf Termine von mindestens 25 Minuten. Die Psychotherapeutin fragt nach Ihren Beschwerden, wie lange sie bestehen und wie sehr sie den Alltag beeinträchtigen. Am Ende erhalten Sie eine schriftliche Information mit einer ersten Einschätzung und einer Empfehlung: zum Beispiel eine Richtlinienpsychotherapie, eine Akutbehandlung, eine Beratungsstelle, eine ärztliche Abklärung oder vorerst keine Behandlung. Diese Empfehlung brauchen Sie, wenn Sie später über den Terminservice 116117 einen Therapieplatz vermittelt bekommen möchten.
Häufige Missverständnisse
- „Nach der Sprechstunde beginnt die Therapie.“ Nicht unbedingt. Die Praxis, die die Sprechstunde anbietet, hat nicht automatisch einen freien Therapieplatz.
- „Die 116117 vermittelt einen festen Therapeuten.“ Vermittelt werden Termine für Sprechstunde, Akutbehandlung und probatorische Sitzungen, nicht die gewünschte Person.
- „Ohne Sprechstunde gibt es keine Hilfe.“ In akuten Krisen sind Notruf, Bereitschaftsdienst und Kliniken zuständig, ohne vorherige Sprechstunde.
Sprechstunde und Selbstzahler kombinieren
Manche Menschen nutzen beide Wege: Sie lassen sich in der Sprechstunde einschätzen und beginnen in der Wartezeit eine Begleitung als Selbstzahler, etwa um eine akute Lebenskrise zu sortieren. Das ist erlaubt und kann sinnvoll sein, solange alle Beteiligten davon wissen. Wie Sie Vor- und Nachteile abwägen, beschreibt der Ratgeber Psychotherapie selbst bezahlen; wie lange eine Therapie im Kassensystem dauern kann, steht im Ratgeber Wie lange dauert eine Psychotherapie?.
Wenn Sie gesetzlich versichert sind und schnell Hilfe brauchen
Empfiehlt die Sprechstunde eine Akutbehandlung, kann diese ohne Antrag zeitnah beginnen und umfasst bis zu 24 Einheiten von 25 Minuten. Sie soll in Krisen entlasten und stabilisieren. Fragen Sie in der Sprechstunde aktiv danach, wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihnen die Zeit davonläuft.
Die Akutbehandlung ersetzt keine längere Therapie, kann aber eine wichtige erste Stütze sein, bis ein regulärer Platz frei wird.
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Quellen
Verantwortlich: Dr. rer. nat. habil. Cora Titz, Dipl.-Psych., Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) · Stand: 05.10.2026
Gut zu wissen
Häufige Fragen
Kostet die psychotherapeutische Sprechstunde etwas?
Für gesetzlich Versicherte ist sie eine Kassenleistung. Bei Privatpraxen und Heilpraktikern gelten deren Preise.
Brauche ich für die Sprechstunde eine Überweisung?
Nein. Gesetzlich Versicherte können sich direkt an eine Praxis wenden oder den Terminservice 116117 nutzen.
Bietet Dr. Titz eine psychotherapeutische Sprechstunde nach der Richtlinie an?
Nein. Die Sprechstunde ist eine Leistung approbierter Kassenpraxen. Bei Dr. Titz vereinbaren Sie ein Erstgespräch als Selbstzahlerin oder Selbstzahler.
