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Ratgeber · Psychische Gesundheit

Burnout oder Depression? Anhaltende Erschöpfung verstehen

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Burnout ist nach der Weltgesundheitsorganisation keine eigene Krankheit, sondern ein berufsbezogenes Phänomen, das in der ICD-11 unter den Faktoren geführt wird, die den Gesundheitszustand beeinflussen. Die WHO beschreibt es mit drei Merkmalen: Erschöpfung, innere Distanz oder Zynismus gegenüber der Arbeit und verringerte Leistungsfähigkeit, als Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich bewältigt wurde. Die Abgrenzung zur Depression ist wichtig, weil sich hinter dem Wort „Burnout“ auch eine behandlungsbedürftige Depression verbergen kann. Anhaltende Erschöpfung sollte deshalb immer ärztlich abgeklärt werden.

Wie Erschöpfung entsteht

Am Anfang steht oft großer Einsatz: Man will es gut machen, übernimmt mehr, sagt selten Nein. Pausen werden kürzer, Hobbys fallen weg, der Schlaf wird schlechter. Erholung am Wochenende reicht nicht mehr. Irgendwann fühlt sich jede Aufgabe zu viel an, man wird gereizt oder gleichgültig, und die Freude an der Arbeit geht verloren. Nicht nur Berufstätige kennen das: Auch pflegende Angehörige, Eltern kleiner Kinder oder Menschen mit mehreren Jobs geraten in diesen Kreislauf, auch wenn der Begriff Burnout eigentlich für den Arbeitskontext gedacht ist.

Warnzeichen

  • Müdigkeit, die auch nach Urlaub oder Wochenende nicht verschwindet
  • innere Leere, Zynismus, „mir ist alles egal“
  • Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit
  • Schlafprobleme trotz Erschöpfung
  • körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Verspannungen, häufige Infekte
  • Rückzug von Familie und Freunden
  • mehr Alkohol, Medikamente oder Bildschirmzeit, um abzuschalten

Burnout und Depression: der Unterschied

Burnout bezieht sich auf die Arbeitssituation; wer im Urlaub wieder auflebt, ist eher erschöpft als depressiv. Bei einer Depression sind Freudlosigkeit, Antriebslosigkeit und gedrückte Stimmung meist in allen Lebensbereichen spürbar, oft verbunden mit Schuldgefühlen, Hoffnungslosigkeit und Gedanken, nichts wert zu sein. Eine Depression ist eine ernsthafte Erkrankung, für die es wirksame Behandlungen gibt. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe weist darauf hin, dass „Burnout“ manchmal als weniger stigmatisierendes Wort für eine Depression gebraucht wird und dadurch die richtige Behandlung verzögern kann. Mehr dazu im Ratgeber Depressive Verstimmung oder Depression?.

Erste Schritte

  • Ärztlich abklären: Erschöpfung kann auch körperliche Ursachen haben, etwa Blutarmut, Schilddrüsenerkrankungen oder Schlafapnoe. Die Hausarztpraxis kann bei Bedarf auch krankschreiben.
  • Ehrliche Bestandsaufnahme: Was raubt Ihnen Kraft, was gibt Ihnen Kraft? Schreiben Sie es für eine Woche auf.
  • Grenzen setzen: Einen Termin absagen, eine Aufgabe abgeben, eine Anfrage ablehnen. Klein anfangen.
  • Erholung schützen: Feste Pausen und Feierabendzeiten, in denen Diensthandy und E-Mails ruhen.
  • Körper einbeziehen: Bewegung, Schlafrhythmus und Entspannungstechniken helfen, Stress abzubauen.

Was hinter dem Zuviel stecken kann

Oft sind es nicht nur die äußeren Umstände, die erschöpfen, sondern auch innere Antreiber: der Wunsch, es allen recht zu machen, die Angst, nicht zu genügen, der Anspruch, perfekt zu sein. Solche Muster haben meist eine lange Geschichte. In einer Gesprächstherapie lässt sich in Ruhe anschauen, woher sie kommen und was Sie stattdessen brauchen. Elemente der ACT helfen, die eigenen Werte zu klären und Entscheidungen danach auszurichten, statt nur zu funktionieren.

Begleitung in der Praxis Titz

Die Praxis von Dr. Cora Titz in Dannenberg (Elbe) begleitet bei Lebenskrisen, depressiven Verstimmungen und festgefahrenen Verhaltensweisen. Sie verordnet keine Medikamente und schreibt nicht krank; dafür ist die Hausarztpraxis zuständig. Eine Sitzung von 50 Minuten kostet 80 Euro. Ein bestimmter Erfolg kann nicht versprochen werden.

Wenn Sie gerade in akuter Gefahr sind oder daran denken, sich das Leben zu nehmen: Wählen Sie den Notruf 112 oder rufen Sie die TelefonSeelsorge an, rund um die Uhr und kostenlos unter 0800 111 0 111. Weitere Anlaufstellen unter Krisenhilfe.

Erschöpfung bei pflegenden Angehörigen

Nicht nur Berufstätige brennen aus. Wer einen Angehörigen pflegt, ist oft rund um die Uhr gefordert, ohne Feierabend und Urlaub. Viele pflegende Angehörige stellen eigene Bedürfnisse vollständig zurück, bis der Körper streikt. Hier helfen Entlastungsangebote wie Tages- oder Kurzzeitpflege, Pflegestützpunkte und Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige. Der Begriff Burnout ist nach der WHO zwar auf die Arbeit bezogen, die Erschöpfung ist aber dieselbe und verdient genauso viel Aufmerksamkeit.

Der Weg zurück

Wer erschöpft ist, wünscht sich oft schnelle Erholung. Der Weg zurück braucht aber meist Zeit. Hilfreich ist, nicht nur auf Erholung zu setzen, sondern auch auf die Ursachen zu schauen: Was muss sich an den Bedingungen ändern? Was an meinem Umgang mit Anforderungen? Manchmal sind Gespräche mit Vorgesetzten, eine Reduzierung der Arbeitszeit oder eine stufenweise Wiedereingliederung nach einer Krankschreibung sinnvoll. Die Hausarztpraxis und gegebenenfalls der Betriebsarzt sind dabei wichtige Ansprechpartner.

Nein sagen lernen

Ein häufiges Thema bei Erschöpfung ist die Schwierigkeit, Nein zu sagen. Dahinter steht oft die Sorge, andere zu enttäuschen oder nicht gemocht zu werden. Ein erster Schritt kann sein, nicht sofort zuzusagen, sondern um Bedenkzeit zu bitten: „Ich melde mich morgen dazu.“ So gewinnen Sie Zeit, um zu prüfen, ob Sie wirklich Kapazität haben. Mehr über die Muster dahinter beschreibt der Ratgeber Selbstwert stärken.

Schlaf als Frühwarnzeichen

Schlafprobleme sind oft eines der ersten Zeichen, dass die Belastung zu groß wird. Wer trotz Müdigkeit nicht abschalten kann, sollte das ernst nehmen. Hinweise dazu gibt der Ratgeber Schlafprobleme durch Stress und Grübeln.

Urlaub allein reicht oft nicht

Ein Urlaub kann kurz entlasten. Wenn sich danach an den Bedingungen nichts ändert, kehrt die Erschöpfung oft schnell zurück. Nachhaltig wird Erholung erst, wenn sich Belastung und Ausgleich dauerhaft verschieben.

Erstgespräch anfragen

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Quellen

Verantwortlich: Dr. rer. nat. habil. Cora Titz, Dipl.-Psych., Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) · Stand: 05.10.2026

Gut zu wissen

Häufige Fragen

Ist Burnout eine Krankheit?

Nach der WHO nicht: Burnout ist in der ICD-11 als berufsbezogenes Phänomen beschrieben, nicht als eigene Krankheit. Hinter starker Erschöpfung kann aber eine Erkrankung wie eine Depression stecken.

Woran erkenne ich, ob es Burnout oder Depression ist?

Burnout bezieht sich vor allem auf die Arbeit, eine Depression betrifft meist alle Lebensbereiche. Die sichere Unterscheidung gehört in fachliche Hände, zum Beispiel in die Hausarztpraxis.

Kann Dr. Titz mich krankschreiben?

Nein. Heilpraktikerinnen für Psychotherapie stellen keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen aus; dafür ist die Hausarztpraxis zuständig.