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Ratgeber · Psychische Gesundheit

Wenn die Sorgen nicht aufhören: die generalisierte Angststörung

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Bei einer generalisierten Angststörung machen sich Menschen fast ständig und über viele Dinge Sorgen, die sich kaum kontrollieren lassen, etwa um Gesundheit, Familie, Geld oder Arbeit. Fachleute sprechen davon, wenn diese Ängste mindestens sechs Monate an den meisten Tagen bestehen und von körperlichen Beschwerden wie Anspannung, Unruhe, Schlafproblemen oder Magenbeschwerden begleitet werden. Nach gesundheitsinformation.de erhalten etwa fünf Prozent der Menschen diese Diagnose im Laufe ihres Lebens, Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer. Die Gesprächspsychotherapie gilt bei Angststörungen als wissenschaftlich anerkannt.

Normale Sorgen und anhaltende Angst

Jeder Mensch sorgt sich, etwa vor einer Operation, wenn das Geld knapp wird oder ein Kind krank ist. Solche Sorgen beziehen sich auf eine konkrete Lage und lassen nach, wenn sie gelöst ist. Bei einer generalisierten Angst springen die Sorgen von einem Thema zum nächsten. Kaum ist eine Befürchtung entkräftet, taucht die nächste auf. Betroffene wissen oft, dass ihre Sorgen übertrieben sind, können sie aber trotzdem nicht abstellen. Das kostet viel Kraft.

Typische Merkmale

  • Sorgen an den meisten Tagen, oft schon morgens beim Aufwachen
  • das Gefühl, die Sorgen nicht stoppen zu können
  • innere Unruhe, Anspannung, schnelle Erschöpfung
  • Konzentrationsprobleme und Reizbarkeit
  • Ein- und Durchschlafprobleme
  • Muskelverspannungen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden
  • häufiges Rückversichern bei anderen, ob alles in Ordnung ist

Diese Liste ersetzt keine Diagnose. Wenn Sie sich darin wiederfinden, ist das ein Anlass für ein Gespräch, nicht für eine Selbstdiagnose.

Warum Sorgen so hartnäckig sind

Sorgen fühlen sich an wie Vorbereitung: Wer an alles denkt, scheint vor bösen Überraschungen geschützt. Tatsächlich bleibt das Grübeln oft abstrakt und führt nicht zu Lösungen, sondern zu mehr Anspannung. Manche Menschen sorgen sich sogar über ihr Sorgen, etwa dass es ihrer Gesundheit schadet. Dazu kommt, dass sie unsichere Situationen kaum aushalten. Mehr über diesen Kreislauf lesen Sie im Ratgeber Grübeln und Sorgen.

Was im Alltag entlasten kann

  • Sorgenzeit: Legen Sie eine feste Viertelstunde am Tag fest, in der Sie sich bewusst sorgen dürfen. Taucht eine Sorge außerhalb auf, notieren Sie sie für später.
  • Konkret werden: Fragen Sie sich, ob es etwas gibt, das Sie heute tun können. Wenn ja, tun Sie es. Wenn nicht, lassen Sie die Sorge ziehen.
  • Körper beruhigen: Regelmäßige Bewegung und Entspannungstechniken wie die Progressive Muskelentspannung können Anspannung verringern.
  • Ungewissheit üben: Verzichten Sie bewusst auf eine Rückversicherung, etwa einen Kontrollanruf, und beobachten Sie, was passiert.

Welche Hilfe es gibt

Die S3-Leitlinie zu Angststörungen empfiehlt bei der generalisierten Angststörung vor allem Psychotherapie, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie, und bei Bedarf Medikamente, die ärztlich verordnet werden. Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie hat 2002 auch die Gesprächspsychotherapie bei Angststörungen als wissenschaftlich anerkannt eingestuft. In der Praxis von Dr. Cora Titz in Dannenberg (Elbe) steht nicht das Bekämpfen der Sorgen im Mittelpunkt, sondern das Verstehen: Welche Bedürfnisse stehen dahinter, etwa nach Sicherheit oder Kontrolle? Elemente der ACT helfen, Abstand zu Sorgengedanken zu gewinnen und trotz Unsicherheit nach den eigenen Werten zu handeln. Ein bestimmter Erfolg kann nicht versprochen werden.

Wann ärztliche Abklärung wichtig ist

Unruhe, Herzklopfen und Schlafprobleme können auch körperliche Ursachen haben, etwa eine Schilddrüsenüberfunktion, oder mit Medikamenten und Koffein zusammenhängen. Ihre Hausarztpraxis ist eine gute erste Anlaufstelle. Wenn die Sorgen mit tiefer Niedergeschlagenheit einhergehen, lesen Sie auch den Ratgeber Depressive Verstimmung oder Depression?.

Sorgen und Körper

Die ständige Alarmbereitschaft hinterlässt Spuren im Körper. Viele Menschen mit anhaltenden Sorgen haben verspannte Schultern und Kiefer, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder sind schnell erschöpft. Manche suchen deshalb zuerst verschiedene Ärzte auf, bevor der Zusammenhang mit den Sorgen deutlich wird. Wenn körperliche Ursachen abgeklärt sind, kann es entlasten, die Beschwerden als Ausdruck der Daueranspannung zu verstehen. Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und Entspannungstechniken helfen dem Körper, aus dem Alarmmodus herauszufinden.

Was Angehörige tun können

Menschen mit generalisierter Angst suchen oft Rückversicherung: Ist wirklich alles in Ordnung? Bist du gut angekommen? Für Angehörige ist es verständlich, darauf einzugehen. Auf Dauer kann das die Sorgen aber verstärken, weil der Betroffene nie erlebt, dass er die Ungewissheit selbst aushalten kann. Hilfreich ist, freundlich zu bleiben, Verständnis zu zeigen und gleichzeitig nicht jede Sorge sofort zu beruhigen. Mehr dazu im Ratgeber Angehörige in der Krise unterstützen.

Akzeptanz statt Kontrolle

Ein Gedanke aus der ACT: Je mehr man versucht, Sorgen zu kontrollieren, desto mächtiger werden sie oft. Statt die Sorge zu widerlegen, kann man üben, sie zu bemerken, „Da ist wieder die Sorge um …“, und sich dann dem zuzuwenden, was gerade wichtig ist. Das klingt einfach und ist doch eine Übung für viele Wochen. Mehr dazu in den Ratgebern Psychologische Flexibilität und Achtsamkeit im Alltag.

Wann Sie sich Unterstützung holen sollten

Wenn die Sorgen Ihren Schlaf rauben, Ihre Arbeit beeinträchtigen oder Sie sich in Ihrem Leben eingeschränkt fühlen, ist das ein guter Anlass für ein Gespräch, sei es in der Hausarztpraxis, in einer Kassenpraxis oder in der Praxis von Dr. Cora Titz.

Koffein und Alkohol

Koffein kann Unruhe und Herzklopfen verstärken, Alkohol beruhigt kurzfristig, verstärkt aber auf Dauer Angst und Schlafprobleme. Es lohnt sich, beides eine Weile bewusst zu reduzieren und zu beobachten, wie es Ihnen damit geht.

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Quellen

Verantwortlich: Dr. rer. nat. habil. Cora Titz, Dipl.-Psych., Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) · Stand: 05.10.2026

Gut zu wissen

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Sorgen und einer Angststörung?

Normale Sorgen beziehen sich auf eine konkrete Lage und lassen nach. Bei einer generalisierten Angststörung bestehen kaum kontrollierbare Sorgen über viele Themen mindestens sechs Monate lang an den meisten Tagen.

Wie häufig ist die generalisierte Angststörung?

Etwa fünf Prozent der Menschen erhalten die Diagnose im Laufe ihres Lebens. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Begleitet Dr. Titz bei ständigen Sorgen?

Ja, Ängste gehören zu den Anliegen der Praxis, die Gesprächstherapie gilt bei Angststörungen als wissenschaftlich anerkannt. Ein bestimmter Behandlungserfolg kann nicht versprochen werden.